Caritas Kitzingen

Würzburg, 12.01.2021. Impfkampagne läuft in den Einrichtungen der unterfränkischen Caritas langsam an. „Wir brauchen Aufklärung und Geduld“, sagt Abteilungsleiterin Sonja Schwab und warnt vor der Diffamierung von Pflegerinnen und Pflegern.Wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege im Frühjahr noch als Helden der Krise beklatscht, ist der Jubel inzwischen verhallt und mancherorts sogar in beißende Kritik umgeschlagen. Ein Grund scheint die prozentual geringe Impfbereitschaft beim Personal in Pflegeeinrichtungen zu sein. Glaubt man Befragungen, sind in manchen Häusern der stationären Altenhilfe lediglich 25 Prozent der Fach- und Pflegekräfte bereit, sich gegen Covid 19 durch eine Impfung zu schützen.

„Ich warne ausdrücklich davor, einen ganzen Berufsstand vorschnell zu diffamieren“, sagt Sonja Schwab, Abteilungsleiterin im Caritasverband für die Diözese Würzburg und ausgewiesene Expertin für den Bereich Altenhilfe. Seit Frühjahr 2020 leitet Schwab den Corona-Krisenstab des katholischen Wohlfahrtsverbandes. Sie rät, genau hinzuschauen und hinzuhören. „Druck ist kein gutes Argument. Wir müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überzeugen, dass sie sich und ihrem Umfeld, beruflich wie privat, etwas Gutes tun, wenn sie sich impfen lassen.“ Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen gingen mit gutem Beispiel voran. Letztlich, so Schwab, gebe es aber keine Impfpflicht.

„Momentan macht uns mehr Sorge, dass der benötigte Impfstoff nicht in ausreichender Menge zu haben ist“, sagt Schwab. Sie höre Klagen aus Einrichtungen, die schon mehrfach Termine ausgemacht hätten, die dann mangels Impfstoffs abgesagt werden mussten. „Und der ambulante Bereich ist noch gar nicht im Blick der Politik.“ Die meisten hochbetagten Menschen, die es vorrangig durch eine Impfung zu schützen gelte, lebten nicht in stationären Einrichtungen, sondern würden daheim gepflegt und oftmals durch eine Sozialstation betreut. 

„Einige Kolleginnen und Kollegen verzichten auf die Impfung, solange nicht genügend Dosen vorhanden sind. Sie wollen, dass erst einmal die alten Menschen an die Reihe kommen.“ Natürlich gebe es auch Bedenken in den Häusern, ob der Impfstoff wirklich sicher sei. „Das ist bei einem Medikament, das so schnell entwickelt wurde, eine ganz normale Reaktion“, sagt Schwab. „Ich gehe davon aus, dass sich viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden Wochen und Monaten impfen lassen. Es braucht Aufklärung und etwas Geduld.“

Sebastian Schoknecht

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